Weniger bekannte Ursachen für Arthrose.

Der größte Teil der Arthrose-Fälle lässt sich auf langjährige Überbelastung wie beispielsweise durch Übergewicht zurückführen. Weniger bekannt ist, dass immerhin 30 % auf unfallbedingten Traumata beruhen.7 Grundsätzlich können Unfälle – selbst wenn sie das Gelenk nicht direkt betreffen – zu Verletzungen der Knochen oder von Sehnen und Bändern führen, die im weiteren Verlauf zu Gelenkschäden führen. Man spricht dann von posttraumatischer Arthrose.


 

Posttraumatische Arthrose

Ein Knochenbruch, der nicht optimal verheilt, kann beispielsweise zu einer Verschiebung der Gelenkachsen führen – auch wenn das Gelenk selbst intakt geblieben ist. Das Gelenk bewegt sich dann nicht mehr im normalen Radius und auch die einwirkenden Kräfte verteilen sich ungleichmäßig – es verschleißt folglich schneller. Selbst ein Bänderriss kann zur Folge haben, dass die (verheilten) Bänder das betroffene Gelenk nicht mehr optimal zu stabilisieren vermögen und die Knorpelschicht unter Belastung übermäßig stark beansprucht wird.


 

Grunderkrankungen als Arthrose-Auslöser

Typ-2-Diabetiker sind anfälliger für Arthrose: Sie haben ein etwa doppelt so hohes Risiko für Gelenkverschleiß wie Gesunde und rund viermal häufiger benötigen sie eine Hüft- oder Kniegelenksprothese. Arthrotische Veränderungen wie eingeschränkte Beweglichkeit der Finger oder die sogenannte frozen shoulder, bei der das Schultergelenk versteift, gehören weiterhin zu den typischen Beschwerden. Vermutlich schädigt der Blutzucker den Gelenkknorpel und stimuliert zudem die Bildung entzündungsfördernder Proteine. 

Ähnlich verhält es sich zumindest mit der Stoffwechselerkrankung Gicht – die überschüssige Harnsäure kristallisiert und sammelt sich hauptsächlich in den Gelenken. Dort wirken die Kristalle wie Schmirgelpapier und zerstören die Knorpelschicht. Auch Rheuma – fachsprachlich rheumatoide Arthritis oder chronische Polyarthritis genannt – schädigt oft durch Entzündungsvorgänge den Knorpel so schwer, dass eine Arthrose folgt.