Hyaluron-Injektionen bei Arthrose.

Die Gelenkflüssigkeit, die sich im Innenraum aller echten Gelenke befindet, dient zugleich als Schmiermittel und Stoßdämpfer. Hyaluronsäure (oder kurz: Hyaluron) ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Flüssigkeit und trägt durch ihr Wasserbindungsvermögen zu deren vorteilhaften Eigenschaften bei. Bei Arthrose im zweiten und dritten Stadium haben sich – zusätzlich zur etablierten physikalischen bzw. medikamentösen Therapie – Injektionen mit Hyaluron in den Gelenkspalt als Behandlungsoption bewährt.


 

Leitlinie bei Arthrose des Kniegelenks

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) weisen darauf hin, dass Hyaluroninjektionen ein wichtiger Bestandteil der konservativen Arthrosetherapie sind. 2018 wurde die Leitlinie bei Gonarthrose (Kniegelenksarthrose) um die Hyaluron-Therapie erweitert. Sie stellt somit den aktuellen Behandlungsstandard dar, sobald NSAR wegen ihrer Magen-Darm- oder Herz-Kreislauf-Problematik nicht zu empfehlen sind bzw. das Risiko von Nebenwirkungen bei NSAR erhöht ist. Erst wenn auch die Hyaluron-Therapie nicht die erwünschten Resultate bringt, zieht man Opioide zur Linderung der Knieschmerzen und schließlich einen operativen Eingriff in Betracht. Die Empfehlung des Gremiums in Form dieser Leitlinie lässt sich natürlich auch auf andere Arthrosearten übertragen.


 

Wie läuft die Injektion ab?

Bei Gelenken der oberen Extremitäten injiziert der behandelnde Arzt Hyaluronat direkt in den Gelenkspalt. Bei tief unter dem Gewebe liegenden Gelenken wie der Hüfte kann die Injektion unter örtlicher Betäubung und mithilfe von ultraschallgestützter Orientierung erfolgen. Das Risiko von Gelenkinfektionen als Nebenwirkung ist sehr gering8, denn der Eingriff wird in hochreiner Umgebung vorgenommen und die betreffende Hautstelle desinfiziert. Der Effekt einer Injektion hält rund sechs bis zwölf Monate an und ist sogar Kortisonspritzen überlegen, da nicht nur die Schmerzen verringert und die Gelenkfunktion verbessert, sondern auch teilweise der Krankheitsverlauf gebremst wird.